Archive for August, 2008

Atma Vichara

Sonntag, August 31st, 2008

Alles, was man selbst Realität nennt, existiert nur durch das, was man Bewusstsein nennt. Das, wodurch dieses Leben an sich erst in Erscheinung trat. Und es ist einfach zu sehen, dass man als Mensch keinen wissentlichen Einfluss darauf hatte, dass dieses Leben in Erscheinung trat, und wie dieses Leben in Erscheinung trat. Und dass man selbst über das, was man Bewusstsein nennt, nichts aussagen kann. Es ist einfach ein Wort, das diese Möglichkeit des in Erscheinung treten von Leben beschreibt.

 

Man kann über die Ursachsen spekulieren, an irgendeine Begründung glauben, aber was man sicherer weiß, ist, dass man es nicht weiß.

 

Und der andere Aspekt ist, dass man alleine ist, in diesem dieses Leben bedingenden Aspekt, den man Bewusstsein nennt. Mit diesem Leben erscheint mein Körper, als eine Gestalt “ich”, und mit diesem Leben vergeht dieser Körper. Ohne dieses Körper-Ich ist auch kein anderes Körper-Ich. Sie treten als unzählige Körper mit dem eigenen Körper in Erscheinung.

 

Mit “in Erscheinung treten” beschränke ich mich auf die rein subjektive Perspektive. Irgendwelche Erklärungen über den so genanten “objektiv-wissenschaftlichen Aspekt” interessieren mich hierbei nicht. Einfach nur “wie es mir erscheint”. Was mir an Erklärungen erscheint ist in derselben Weise an “Bewusstsein” gebunden, an das, wodurch ich etwas als in Erscheinung tretend wahrnehmen kann. Ich fußt im diesem “Bewusstsein”. Auch ich trete durch dieses Phänomen, das man “Bewusstsein” nennt, in Erscheinung.

 

Betrachtet man es genauer, verfolgt diese Spur des “in Erscheinung Tretens”, erkenne ich

weiteres. Alles was ich als Ursache dazu sagen kann ist eine Interpretation. Einige sagen, es ist die Verwirklichung des “Unsagbaren”, andere sagen es ist “ein Unfall Gottes, der aufwachte, sich über sich selbst bewusst wurde”. Es sind alles Interpretationen. Noch sicherer weiß ich, dass ich es nicht weiß. Ich weiß nichts über die Ursache des eigenen “in Erscheinung Tretens”. So wie die eigene Geburt geschah, aus der eigenen Perspektive, so geschieht das “in Erscheinung Treten”, ohne erkennbare Ursache.

 

Betrachtet man es genauer, verfolgt die Spur zur Quelle des “in Erscheinung Tretens”, erkenne ich, dass “ich” und “hier” und “Realität” eines sind, verschiedene Beschreibungen für “ich”. Aus sich heraus in Erscheinung tretend ist “ich”. Aus sich heraus seiend. In diesem Aspekt verschmelzen ich und du zu “es”.

 

Wer bin dann ich? Betrachtet man es genauer, gibt es “ich” als Gestalt nur als Gedächtnis, also der Ich-Gestalt Körper. Mich gibt es gar nicht, an der Quelle des in Erscheinung Tretens, als Gestalt, denn als “Sein ohne Gestalt”, Bewusstsein mit diesem Gefühl “ich”. Das ist erstaunlich, für mich, denn diese Empfindung “ich” hat nichts mit meiner Gestalt zu tun. Es ist die Empfindung dessen selbst, so erscheint es mir, das man Bewusstsein nennt, an der Quelle des “in Erscheinung Tretens”.

 

Was ist nun Bewusstsein? Ein Thema das mich seit meiner Jugend beschäftigt. Schon das Wort ist irreführend, verbindet sich doch damit auch Vorstellung. Es ist die Grundlage für das “in Erscheinung treten von mir und der Welt”. Wie ein Krater speit es diese ganze Welt aus, ich und du, alles, unbekannter Ursache. Man kann dieser Quelle sehr nahe kommen, und je näher man ihr kommt, zerfallen die Erklärungen. Ein unsagbares Rätsel. Ich weiß es nicht.

 

Jeder Versuch es zu erklären scheitert, so wie er doch durch es selbst möglich ist. Man kann aber dieser Quelle nahe sein, dieser eigenen Geburtsstätte. Aber alles was man sagt klingt hohl und leer. Man ergreift etwas, es zerfällt.

Aber diese Quelle ist wie ein Malstrom, ein “Schwarzes Loch”, und blickt man hinein, löst sie wie einen “magischen Sog” aus, und der Blick will nicht mehr weichen. In ihr wohnt die Sehnsucht meines Herzens. Ein Bann der Sehnsucht und Faszination.

Heiterkeit und Traurigkeit vermischen sich. Ich weiß nicht wo diese Reise hinführt, diese Reise in das Herz des Selbst, für das was “mein Leben” ist.

 

Ich sehe kein Ende für das was man “Erwachen” nennt. Imme mal wieder denke ich das war es dann wohl”, und es geht weiter … und man weiß nicht, wie es weitergeht, sowie man geboren wurde, in dieses Leben, das Ziel nicht kennend. In derselben Weise zieht einem dieser Blick weiter, und noch ein näher, und noch ein klarer … “Atma Vichara”.

Persönliche Pläne

Donnerstag, August 28th, 2008

Am 10.9. werde ich mich für den temporären Job vorstellen, in einem Schweizer Kernkraftwerk. Wohl werde ich dann dort für die Dauer der Arbeiten wohnen, bekomme ich ihn, weiß noch nicht. Der Job ist befristet für ein paar Monate, bis die Pläne verglichen, und, falls nötig, korrigiert worden sind. Jedenfalls wäre mir sehr an dieser Arbeit gelegen, da ich so alle meine Altlasten in Höhe von einigen 1000 Euro “aufräumen” könnte, und wieder Frieden im Briefkasten herrscht.

Wenn es sich dann einrichten lässt, will ich Januar und Februar nach Indien, einmal gemütlich eine Reise auf eigene Faust mit dem Bus (mich treiben lassen, durch Südindien, hauptsächlich Kerala, wie es gerade kommt), und zum anderen mir Tiruvannamali anschauen, einmal die Stimmung spüren, Ramana’s Ashram besuchen. Alles nur aus der Perspektive eines unverbindlichen Besuchers, ohne festes Programm. Ich verspüre gerade den Wunsch dazu, um auch zu sehen, ob (und was) in Hinsicht auf dieses Thema dann noch für mich “von Interesse ist”. Nämlich, ganz ehrlich gesagt, sehe ich diesbezüglich im Moment “gar nichts mehr”.

Da mein kleinerer Bruder zur Zeit (als Pilot) immer mal wieder Flugzeuge nach Asien überführt, kann ich vielleicht bis Nordindien bei ihm mitfliegen, und von Dehli oder Kalkutta, entweder mit dem Zug oder einem Inlandsflug, nach Chennai (Madras) weiterreisen. Ist eigentlich nicht so wichtig, da Air France recht günstige Flüge von Paris nach Channai anbietet, und nach Paris komme ich von hier recht elegant mit dem Zug.

Wie es dann kommt, weiß ich nicht. Man wird sehen.

Streik

Mittwoch, August 27th, 2008

Na ja, der mit dem Job hat sich nicht mehr gemeldet, eigentlich wollte er ja gestern anrufen. Dann wird es wohl nichts.

Ansonsten trete ich mal zum Thema “Satsang” in unbefristeten Streik.  Mein letzter Beitrag zum Thema hat mir nicht nur nichts eingebracht, auch noch einigen Streit. Es ist neheliegend, dass ich mich mal aus der Thematik zurückziehe, mal wieder ;-)

Auf dieses Seite ist ab heute “unbefristeter Satsang-Streik” ausgerufen ;-)

Juhuu!!

Montag, August 25th, 2008

Gerade eine email von einem Freund, dann hab ich telefoniert. Ob ich Lust habe, Pläne zu korrigieren, über tausend, immer mal wieder die nächsten Monate. Und ich kann es mir einrichten, sie abholen … dann hier abarbeiten, oder in der Schweiz wohnen, in der Firma. Werde nach Stunden bezahlt, zwischen 60 - 75 Franken …

tja, da hab ich gleich mal “ja” gesagt … Mann, und das sieht recht sicher aus … wenn das was wird ist es die Generalsanierung … und dann mal wieder nach Indien, Stand, Meer …

Manchmal

Montag, August 25th, 2008

kommt man sich bescheuert vor. Ich hatte meinen letzten Beitrag (Was ist ein Mensch?) in zwei Foren gepostet. Wenn ich die Antworten so lese, frage ich mich, ob entweder ich total bescheuert bin, oder ich mich einfach an den falschen Orten aufhalte, für solche Beiträge. Bin ich jetzt blöd, oder was? Das ist tatsächlich eine Frage, die ich mir manchmal stelle. Irgendwie bin ich in diesen Foren nicht mehr zuhause.

Ich überleg eh im Moment das Projekt “Buch” wieder aufzunehmen. Um was geht es dann? Nicht um irgendeine Antwort, darauf, was das Leben ist. Darum, mit sich selbst wieder in Frieden zu sein, in einem heiteren Frieden, völlig unabhängig davon, wie sich das Leben entwickelt, was man selbst ist, darstellt, in diesem Leben … vielleicht ist eher “Lebenskunst” oder “Freude am Leben” zu was “Atma Vichara” verhilft, ohne ein weiteres Ziel. Und das einfach, indem ich wieder lerne, meine eigene Wirklichkeit direkt zu sehen, die unveränderlicher Hintergrund und Subjekt zu jeder Aussage darüber ist, was ich bin.

Es ist einfach eine Option, die ich wahrnehmen kann, oder es bleiben lassen kann, wie ich andere Dinge im Leben tue,  unabhängig davon, zu wissen, wie dieser der das entscheiden kann zustande kam, kommt, es ihn gibt, oder nicht gibt … so wie ich eine Sprache erlerne, oder etwas anders, z.B. Häkeln … mehr verlangt es gar nicht. Ja, manchmal komme ich mir wirklich bescheuert vor.

Was ist ein Mensch?

Montag, August 25th, 2008

 

Gestern saß ich in meinem Stuhl, und betrachtet man das eigene Wesen, verblasst die ganze Geschichte des eigenen Lebens, schrumpft zusammen, auf das reale Hier-Sein. Das kann ganz verschiedene Gefühle auslösen, Erleichterung, Traurigkeit, ohne Regel, aber weich.

 

Tatsächlich ist das, was man “mein Leben” nennt, als Gestalt, nur eine Konstruktion des Gehirns, würde man physiologisch sagen, eine Erinnerung an Geschehen. Und das kann man sehen, die und zieht man seine Aufmerksamkeit ab, von diesem erinnerten “Wesen der Wandlung”, das nur aus Erinnerung besteht, und wendet sich ganz sich selbst zu (siehe Atma Vichara) verblasst einfach dieses Bild. Das ganze Leben schrumpft zu diesem “Augenblick realen Seins” zusammen, meinem Ur-Wesen, oder Wesenskern.

 

Nun könnte das für einige interessant sein, zu sehen. Denn “Atma Vichara” hat zwei Bewegungsrichtungen. Ich kann mich mir selbst, meiner direkten Realität zuwenden, oder meiner Geschichte. Das, worauf ich meine Aufmerksamkeit richte, wird sich in den Vordergrund stellen.

 

Heute ist man sozial so konditioniert, die eigene Aufmerksamkeit auf die Geschichte des eigenen Lebens gerichtet zu halten, und dadurch entsteht der Eindruck “ich bin nur dieses Leben”, also diese Geschichte meines Lebens.

 

Aber jedes Lebewesen besteht aus den beiden Aspekten seines eigenen Seins, der Geschichte “mein Leben”, und der “direkten geschichtslosen eigenen Präsenz”, der eigenen “Seins-Realität” selbst.

 

Die Geschichte wird “weicher”, wandere ich in Richtung dieses unberührten, zeitlosen, stillen direkten Hier-Seins meiner selbst, oder “härter”, wandere ich in Richtung der Geschichte meines Lebens, mit der eigenen Aufmerksamkeit.

 

Dieses Hin- und Her-Wandern kann man lernen. Weder der eine noch der andere Aspekt des eigenen Wesens ist nicht, steht einer der beiden Aspekte im Vordergrund. Es ist eine Frage der eigenen Aufmerksamkeit. “Erwacht” zu sein, ist nur zu lernen, den anderen Aspekt  meines Wesens zu sehen, der durch einseitige Aufmerksamkeit wie übersehen wird.

 

Und darin, beide Aspekte sehen zu können, und sich zwischen ihnen bewegen zu können, liegt der eigentliche Segen von “Atma Vichara”. Wandere ich ganz in Richtung meines ursprünglichen Wesens erkenne ich mich als “nicht bedingt” durch die Geschichte meines Lebens. Das ist Erleichterung, und der eigentliche Grund, “Atma Vichara” zu üben, und diese Selbsterforschung zu betreiben.

Der Verstand

Sonntag, August 24th, 2008

Ich möchte mich mal etwas von Spiritualität lösen, die ich auch sehr mag, und einfach Eindrücke schildern,  die mich gerade interessieren. Vielleicht ist etwas für dich dabei, vielleicht auch nicht.

Die sich über sich selbst bewusste Präsenz, “ich bin,” schaut durch diesen Körper als ich, einfach ich, ich … ganz gewohnt ich. Sie nimmt diese Welt wahr, die diesem Körper der Stofflichkeit entspricht, durch die Körpersinne.

Um eine Stofflichkeit wahrzunehmen, brauche ich ein Instrument (Körper) entsprechender Stofflichkeit. Nun möchte ich an dieser Stelle die Frage, ob meine über sich selbst bewusste Präsenz “ich bin” mit dem Körper in Erscheinung tritt, oder unabhängig von ihm besteht,  nicht beantworten. Das ist Bestandteil der eigenen Ich- Betrachtung, und damit Selbsterkenntnis.

Nun nutzen mir diese ganzen Sinneseindrücke nichts, ohne sie zu ordnen, in Hinblick einer Orientierung, in erster Linie für das Überleben meines Körpers.

Und dabei tritt eine Fähigkeit meines Körpers in Erscheinung, die man im Englischen “Mind” nennt. Ich nenne sie hier Verstand. Es gibt genügend Literatur zur Funktionsweise des Verstandes, und ich beschränke mich hier auf mir wesentlich erscheinende Punkte.

Der wesentliche ist die Erinnerung, also das Gedächtnis. In ihm ist das gespeichert, was ich als soziale Geschichte gelernt habe (Gemeinschaft und Erfahrungen der Gemeinschaft der Menschen), und das was persönliche Erfahrung (mein Leben) ist. Die Sinneseindrücke werden also über diesen Erfahrungsspeicher bewertet, in verschiedenster Hinsicht. Und das ist eigentlich alles, was der Verstand tut. Ohne ihn, ob nun als mir sichtbarer oder unsichtbarer Prozess, kann sich mein Körper nicht in der Welt orientieren.

Was er dabei tut, und das tut er von selbst, wie jede andere Körperfunktion auch, ist eine “Bewegungsentscheidung” zu fällen, in Hinsicht auf sein Wohlergehen. Ich möchte das hier nicht genauer beleuchten, denn es ist unglaublich komplex.

Das nur als völlig oberflächliche Beschreibung der Funktion meines Verstandes. Ich spreche hier absichtlich von “mein”, denn ich beziehe mich auf mich. Das Du ist dann “mein Gegenüber” und die Welt ist dann, ganz subjektiv (als meine Perspektive auf sie) meine Welt.

Und das ist dann auch schon alles, was “mein Leben” ist: meine Perspektive auf diese Welt. Sie ist geprägt durch die Sinneseindrücke meines Körpers, durch ihre Verarbeitung durch meinen Verstand, im Rahmen meiner Fähigkeiten (Körper) und meines sozialen Umfeldes (erworbenes Wissen, und das Medium des Wissensaustausches: Sprache).

Es kann hilfreich sein, das zu sehen, dass es für mich nur mich gibt, und meine Perspektive auf die Welt. Sie entspricht den Vorlieben und Bedürfnissen meines Körpers. Und das ist alles subjektiv. Es ist eine subjektive Perspektive auf  die Welt, wie “meine Wahrheit” subjektiv ist.

Sie ist vollständig erzeugt durch meinen Körper, zu 100% die Perspektive und die Interpretation meines Körpers (Sinne, Gedächtnis, Verstand, als Körperfunktionen). sie ist immer nur subjektiv meine Perspektive durch meinen Körper.

Und schaut man sich das an, und dazu ist man fähig, wird man auch einsehen, dass diese Perspektive für jeden Körper anders aussieht. Je ähnlicher (genetisch und sozial), desto ähnlicher, aber subjektiv.

Es gibt in dieser Perspektive eines Körpers keine größere Wahrheit, als dass sie die subjektive Perspektive eines Körpers auf diese Welt ist, ob nun die einer Maus, einer Schwalbe, oder die eines Menschen. Und es ist vollkommen klar, dass dadurch die Wirklichkeit der Welt durch den Körper einer Schwalbe anders ausschaut, als  die durch den Körper eines Menschen.

Mein Leben ist also vollständig eine Funktion meines Körpers, und sieht genau so aus, wie es meinem Körper entspricht, in seiner Veranlagung, und im Wirken der Welt auf ihn.

Und geht es um Selbsterkenntnis, sprich “Wer bin ich?”, ist es dieser Körper, diese Perspektive, die sich auf die Suche macht, als sichtbare Auswirkung auf “mein Leben”.

Ist wahrscheinlich den meisten zu kompliziert, zu viel “mind”, aber ich führe das alles aus gutem Grunde an. Denn ich kann an meinem Körper schwerlich etwas verändern. Er funktioniert von selbst. Er konstruiert das Abbild dieser Welt durch die Sinne, orientiert sich darin mit Gedächtnis und Verstand, lebt das ihm beschiedenen Leben.

Und das ist nun der Punkt, an dem man sich fragen kann, in dieser “Geschichte des eigenen Körpers”, diese Frage “Wer bin ich, bin ich dieser Körper nicht wirklich?” Kann die Antwort dann in der Perspektive des Körpers liegen, in der durch ihn seienden Interpretation der Welt? Wohl nicht.

Daher lautet die Frage eher: “Wem ist dieser Körper, diese Perspektive auf das Leben?” Und die Antwort erfolgt direkt: “Mir”.

Bin ich nicht wirklich dieser Körper, damit auch nicht der Verstand, kann man also mal in Richtung zu dem schauen, dem dieser Körper ist, der da ständig sagt “mir gehört er”, “es ist mein Verstand” … “Was ist ich?” die alte Frage.

Was ist diese direkte Erfahrung “ich”. Was ist das wirklich, ist ich nicht wirklich dieser Körper?

Selbsterkenntnis hat nichts damit zu tun, dieses Leben zu verbessern. Das tut der Körper entsprechend seiner Fähigkeiten von selbst. Es ist also nicht Bestandteil des Lebens, sondern die Frage, wer ich bin, über diesen Körper hinaus, über diese rein subjektive Perspektive meines Körpers hinaus.

Und es ist klar, kann man dem folgen, dass es weder ein Sinneseindruck sein kann, noch ein Gedanke: “Wem erscheint das alles?” Und wieder die direkte Antwort: “Mir.”

“Atma Vichara” schaut auf mich, für den all das ist, für den dieses Leben ist, dieser Körper, dieser Verstand …

Und hat dich diese Ausführung interessiert, erscheint sie in dir, in deinem Leben, als Gedanken, über das Instrument Verstand. Nur so funktioniert sozialer Informationsaustausch, einfach als Gedanken an deinen Verstand. Gedanken gehören niemandem persönlich. Sie sind das soziale Werkzeug, die Sprache. Sie gehören der Menschheit, könnte man sagen, aber niemandem persönlich. Über sie tauschen Menschen Erfahrungen aus, und bilden das, was man “soziale Identität” nennen könnte.

 

Und in deinem Verstand erscheint eine Botschaft an dich: “Du bist nicht der Verstand, deinem Wesen nach.” Und um diese Botschaft zu verbreiten, benutze ich Gedanken, und damit den Verstand. Er ist eben auch der, der das soziale Werkzeug der Informationsvermittlung, Sprache, erschaffen hat, und es interpretieren kann. Es ist wie mit einem Fahrzeug. Ein Fahrzeug zu besitzen, bedeutet nicht, es persönlich zu sein. Doch es kann es in diesem Leben einiges erleichtern.

 

Was bedeutet nun diese Information: “Du bist nicht wirklich der Verstand”, die selbst in deinem Verstand erscheint. Sie ist eine Option. du kannst sie einfach ignorieren oder ihr nachgehen. “Was bedeutet es, wäre ich dieses Leben meinem Wesen nach nicht wirklich. Wäre es eher etwas, wie ein Fahrzeug zu besitzen?” Dem kann man nachgehen, denn diese Botschaft erscheint zwar im Verstand, ist aber an dich gerichtet. An wen? An dich.

 

Der Verstand erhält nur Identität, oder Leben, durch dich. Du kannst dich mit ihm identifizieren, als “das bin ich”. Man kann sich ganz auf ihn beschränken: “Es ist so wie es diese und jene Gedanken vermitteln …”

 

Atma Vichara ist auf den zu schauen, der mit Hilfe des Verstandes diese Botschaft wahrnehmen und interpretieren kann:  Ich selbst.

Der Traum

Mittwoch, August 20th, 2008

Heute Nacht hatte ich einen lustigen Traum. Ich war am Meer in einem Hotel, und in einem benachbarten Zimmer wohnten John und Carla Sherman. War eine wilde Geschichte, und ich ging mit Carla irgendwo hin, verlor sie dann in einem Club aus den Augen, und konnte mich dann nicht mehr erinnern, wie sie aussah. Auch das Hotel hatte ich aus den Augen verloren, wusste nur noch, dass es am Meer ist. Und wie ich Richtung Meer ging, war dieses ganze Land eine einzige Urlaubsgegend, alles sehr eindrucksvoll gemacht. Aber ich fand das Meer nicht mehr. Sah sehr skurrile Menschen, einige mit Haaren am ganzen Körper. Jedenfalls zerbrach mir dann auch noch die Brille, und ich tappte so blind weiter. Irgendwann sah ich wieder, und da war ein See, in den Bergen. Ich fragte nach dem Meer, die Richtung, und die Leute lachten, denn dies sei eine Insel, in jeder Richtung Meer. Dann wollten sie den Namen meines Hotels wissen, aber ich hatte keine Ahnung, nicht einmal in welchem Land ich sei. Das belustigte sie.

Jedenfalls nahmen mich zwei mit in ihren Laden, und der war voll mit Büchern über Erwachen. Sie zeigten mir ein Buch, das ungefähr hieß: “Die Verpflichtung unnütz zu sein”, und ich blätterte darin, schön gemacht, der Geruch des Papiers, alle Seiten bunt bemalt, und Worte. Aber nichts ergab einen Sinn. Weiter Bücher. Dann zeigten sie mir Bilder, mit feinstem Stich auf Papier gemalt, und alle in einem Goldton hinterlegt. Wunderschön. Jedenfalls schauten sie mir zu, was lustig war, denn der eine hatte eine so lange Nasen, dass sie mich an einen Penis erinnerte. Jedenfalls beobachteten sie mich so einige Zeit, und dann baten sie mich, ihnen zu erklären wie man “erwachen” kann. Das, worüber in all ihren Büchern die Rede ist.

Ich zierte mich, und sagte ihnen, ich tue es nur, wenn sie mir versprechen auch das zu tun, was ich ihnen rate. Und sie willigten freudig ein.

Ich fing dann an zu erzählen, dass es niemanden gibt, dass hier keine Personen seien. Krieg es nicht mehr zusammen, denn es ist schwer darüber zu sprechen, dass es nur Ich (Selbst) gibt. Und ich erklärte ihnen “Atma Vichara”, verschmolz dann ganz mit dem, was man Brahman, Shiva … nennt.

Zum ersten Mal gab ich im Traum Satsang. Eine Wende, sonst habe ich ja nur im Traum Satsang erhalten, und in der Erwachensliteratur der Traumwesen spioniert

Jedenfalls musste mich diese Traumwelt ertragen, als Satsinger, der keine Ahnung hatte, wo er war, noch woher er kam …

Nun überlege ich tatsächlich  schon ein paar Tage ernsthafter, ob ich “Satsang” halten soll. Ich wollte eigentlich schon John Sherman um seine Meinung bitten, aber weiß auch, dass er niemanden irgendeine Empfehlung in dieser Richtung ausspricht. Irgendwie bin ich darin im Moment auch gespalten. Einerseits weiß ich, wie man es lehren kann, andererseits gibt es eigentlich keinen Bedarf. Das ist seltsam.

So werde ich mich wohl erst einmal darauf beschränken, in Träumen zu lehren. Ist eigentlich lustig, dass da Bedarf zu sein scheint ;-) Aber fragt mich nicht, was ich davon halten soll.

tobias

Gefühle

Sonntag, August 17th, 2008

Was mir jetzt klar geworden ist, auch betreffend meinem Beitrag “das blutende Herz”, ist, dass die Klarheit der Gefühle zugenommen hat. Irgendwie war da wie eine Erwartung, sie würden eher verblassen, aber tatsächlich leuchten sie stärker, sind intensiver, durch die Vichara. Das Erleben aller Sinneseindrücke wird intensiver, Leben wird intensiver, Kleinigkeiten werden intensiver wahrgenommen, und dadurch schwindet nach und nach dieses Bedürfnis nach ständig neuer Anregung, da selbst das stille Leben unglaublich intensiv ist an Sinneserregungen.

Gestern im Treffen mit John Sherman sah ich das plötzlich, wurde es mir klar, woher diese Intensität der Gefühle kommt. Sie stehen einfach “unverdeckt” da, und das erinnert, fällt dieses nivellierende Sausen der gedanklichen Überzeugungen mehr und mehr weg, an eine Achterbahn der energetischen Gefühlsbewegung. Man hat sich einfach bisher wie nicht mehr darauf eingelassen, da sie eher wie eine Art Bedrohung im Raume standen. Aber kostet man diese Achterbahn des physischen Fühlens, hoch und runter, dann scharf um die Kurve, liegt dahinter blanke Lebenslust. Knallbunt, bonbonfarben, Glanz des Lebens … erstaunlich.

Ja, das wozu man gemeinhin auf eine Achterbahn geht, um diesen Rausch wieder zu erleben, das bietet das Leben aus sich heraus an.  Und es erinnert mich an einen Spruch des verschollenen Amrit: “Leben ist wild … ständig ruft es, komm, komm, spiel mit mir … und weigert man sich, mit ihm zu spielen, tut es weh.”

tobias

Das blutende Herz

Donnerstag, August 14th, 2008

Ich weiß nicht, ob man das überhaupt schreiben soll, was ich jetzt zu schreiben gedenke. Ob es überhaupt sinnvoll ist. Aber im Moment erlebe ich etwas, was ich nur mit diesem alten kitschigen Bild “des blutenden Herzens Christi” vergleichen kann. Dieses Bild, auf dem er seine Brust öffnet, sein Herz zeigt, und es ist von dieser unheilbaren Wunde gezeichnet, aus der ständig das Blut fließt. Es ist wie eine Wunde, die mit dem Leben selbst entstand. Ich sehe keinen wirklichen Grund für diese tiefe Traurigkeit. Sie ist nicht einmal wirklich hart, eher heilend. Es ist als ob das Blut aus dem Leben fließt, das eigene Herzblut. Seltsam, keine Ahnung, warum das jetzt erscheint. doch auch das wäre gelogen. Nur: “Soll man darüber sprechen?”

tobias