Um
über etwas wie “erwacht” oder “nicht erwacht” sprechen zu können, müsste es etwas geben, was weniger erwacht oder mehr erwacht wäre. Aber ich sehe da nichts. Da ist nichts, was ich in der Hand hätte, als “weniger” oder “mehr” erwacht. Und irgendwie ist dann alles an der Sache vorbei, was ich schreiben könnte, über “erwachen”. Wenn es nie etwas gab, was mehr oder weniger erwacht ist, oder gewesen wäre, welche Kriterien gäbe es dann? Es gibt überhaupt gar kein Kriterium das auf “mehr” oder “weniger” erwacht hört. Tja, somit bin ich sprachlos, im Moment. Weiß nicht, ob sich das wieder ändert. Ich weiß nicht, wie man “erwachen” lehren könnte, ist da nichts was es mehr oder weniger ist. Ich weiß nicht, wie man über “erwachen” sprechen kann, ist da nichts weiter davon entfernt, oder näher zu ihm, egal was.
Keine Ahnung.
August 15th, 2008 at 16:41
Für mich ist nicht die Frage ob “erwacht” oder “nicht erwacht”, sondern ob “leidend” oder “nicht leidend”. Erwachen kann mir gestohlen bleiben, wenn es nicht das Ende des Leidens ist (siehe Buddha). Keine dieser “Pfeifen”, die in allen möglichen Foren ihre angeblichen “Erwachungserfahrungen” posten oder Bücher darüber schreiben, hat das Ende des Leidens erreicht (mich eingeschlossen). Mag sein, dass bei einigen die sogenannte “spirituelle Suche” zu Ende ist, aber auf anderen Gebieten geht’s munter weiter mit der Suche nach Befriedigung und all der Unrast und Enttäuschung, die das mit sich bringt. Ein “Erwachen” (oder “Nicht-Erwachen”), nach dem sich die ganze elende Gesichte von “mir” und “meiner Welt” fortsetzt, ist nicht das Papier wert, auf dem davon berichtet wird. Meine Meinung. Ich bin “zufällig” hier reingestolpert. Wir kennen uns nicht und nichts davon geht gegen Dich persönlich. Alles Gute
August 15th, 2008 at 18:23
Ja, das siehst du völlig richtig. Daher ist es ein Prozess. Es gibt schon einige, die “das Ende des Leids” gefunden (tja, wie soll man es ausdrücken) haben, auf das dieses Gedicht Milarepas hinweist:
“Wenn sich jemand im eigenen Geist besinnt,
auf den ursprünglichen Zustand seines Geistes
schwinden ihm alle Gedanken, in das Reich der letzten Wirklichkeit.
Niemand ist mehr zu finden, der leidet,
und niemand, der Leiden verursacht.”
Das Ende des Leids ist das Erlöschen der Vorstellung, dass es eine getrennte Person gibt, “Jemand”, und alleine die Realität (das Selbst) zurückbleibt.
Nun braucht es dazu einfach Geduld, und ein Weitermachen bis zum Ende der Schau. Also bis dahin, wo “keine zwei” mehr sind.
Dieses “Ende des Leids” ist ein Prozess der Auflösung der Vorstellung eine Person zu sein, der geschieht, tut man das, worauf Milarepa hinweist:
“… im EIGENEN Geist sich besinnt, auf den ursprünglichen Zustand seines Geistes”, was nichts anderes ist, als diese Schau auf die eigene Gewissheit zu sein, wie ich sie in meinem alten Blog immer wieder beschrieben habe.