Fenster mit Aussicht
Schaue ich aus den Bürofenster sehe ich den Kernreaktor, dann noch das Lager für die abgebrannten Brennstäbe. Wenn mir das jemand vor einem Monat prophezeit hätte, solch eine Aussicht, hätte ich ihn ausgelacht.
Leben ist völlig unerklärlich. Fahre ich morgens durch den Jura zur Arbeit, spüre ich dem gerne nach. Es gibt nichts, absolut nichts, was nicht gleichwertig in diesem vollkommen unerklärbaren Zustand wäre, wertfrei, gleich vom Wesen, den man selbst den “erwachten Zustand” nennt. Der ganz normale, gewohnte Zustand zu leben. Er selbst ist das, was gesucht wird, und ist das was sich selbst wieder offenbart, in seiner eigentlichen Natur. Und es ist nicht einmal so, dass man jemals nicht die Wahrheit wüsste, allen Überzeugungen zum Trotz.
Es ist ein “nicht sehen wollen”. Man darf da geduldig mit sich sein, denn es braucht meist Zeit, bis man selbst bereit ist zu sehen, und sich nicht mehr so sehr auf das Korsett der Vorstellungen angewiesen fühlt. Und diese Vorstellungen umfassen auch den vollständigen spirituellen Raum. Es geht ganz direkt um dieses Leben. Aber das bedeutet kein Ende der persönlichen Vorlieben, oder ein “alles egal”. ES ist einfach ein völlig vom Leben unabhängiges Schauen der direkten Wahrheit. Sie liegt ständig vollkommen erklärungslos vor uns. Sie besteht aus sich selbst.
Nicht einmal die Zeit ist eine, DAS, was man das Selbst nennt, bedingende Qualität. Es ist qualitätslos durch nichts bedingt, und kann jeden Augenblick die vollständige Spanne des direkten Erlebens sein. Zweifel, Unwohlsein, Angst, Freude, Erregung …alles kann ES gleichermaßen sein, ohne jede Wertung, aber doch das jede Wertung bedingende, und sie hervorbringende.
Dieses nicht sehen wollen ist wie ein Hypnose. Das Bewusstsein fühlt sich einfach von einem bestimmten Zustand so angezogen, dass es “Sich” gar nicht sehen kann, auch wenn es da ist. Es rotiert so in diesem Zustand, der so echt erscheint, dass es sich vergisst und ganz mit dem Zustand beschäftigt ist.
Am stärksten empfinde ich das bei körperlichen Gebrechen.
Mein Ausweg ist zur Zeit, diese Hypnose durch eine andere zu durchbrechen. Ich beschäftige mich einfach mit anderen Gedanken, die mich dann wie ein Sog aus der Geschichte ziehen und sogar eine andere Geschichte erzeugen. Die Suggestion funktioniert eben nach vielen Richtungen. Gesetz der Anziehung
Dann genieße ich die Momente der Offenbarung.