Aus Tobi´s Sicht

Kommentare zum Leben

Die Petersilie

Gestern kam Jean-Louis, ganz in weiß.  Ja, er koche gerade eine Suppe, und ob er etwas von meiner Petersilie haben könne. Und dann fiel mir wieder ein, dass ich ja über eine Pflanze verfüge, die recht üppig gedeiht: die Petersilie.

Da gab es mal vor Wochen ein Angebot im Supermarkt, Kräuter in Blumentöpfchen, und ich nahm eine Petersilie, ein Schnittlauch, und ein Basilikum mit. Das Basilikum überlebte drei Tage, dann verließen die Schnecken diese Baustelle wieder, denn sie hatten ganze Arbeit geleistet. Wo einst ein Basilikum stand, war blanke Leere. Wie wenn man sich sicher war, dass da gerade gestern noch ein Baum stand, so war auch das Basilikum plötzlich einfach weg.  Aber ein paar Schleimspuren erlaubten eine plausibel erscheinende Rekonstruktion der Ereignisse.

Das Schnittlauch, ja, das pflanzte ich unter die Haselnuss. Es soll ja eher schattige Plätze mögen. Aber statt zu wachsen, entschloss sich das Schnittlauch immer mehr zu schrumpfen. Es wurde immer kleiner, und zuletzt ragten noch einige verlorene Borsten in den Himmel. Im wahrsten Sinne des Wortes verblieb dann EIN Schnittlauch.

Aber für die Petersilie, da fand ich keinen Platz mehr im Garten. Wohin damit? Ich habe noch ein kleines Betonfertigteil für einen kleinen Kontrollschacht. Das stellt ich auf, füllte es mit Erde, und da hinein kam das Schnittlauch. Und da Jean-Louis noch über weniger Geschick als Gärtner verfügt, müssen wir halt zu zweit von der einzigen Pflanze zehren, die aus unerfindlichen Gründen gedeiht. Es wird wohl unerklärlich bleiben, warum - aber so lange das Wunder existiert, muss man es ausnutzen. Denn eines Morgens steht man dann vor dem Topf, und wo mal eine Petersilie war ist nur noch blanke Leere.


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